du schöne nachtigal
im tal alamut
hallt es
von den felskanten
hinein
ins land
füllt
all die grünen schluchten
an diesem tag
mit deinem liebeslied
heute
und immer
ist deine stimme
zu hören
in den herzen
der friedfertigen
du schöne nachtigal
im tal alamut
hallt es
von den felskanten
hinein
ins land
füllt
all die grünen schluchten
an diesem tag
mit deinem liebeslied
heute
und immer
ist deine stimme
zu hören
in den herzen
der friedfertigen
„Würde verlangt nach Kreativität.
Sonst ist sie nicht souverän.
Würde“ ist die säkularisierte Form der Erhabenheit, der „Göttlichkeit“ des Lebens.
Ein Ringen der Natur wie des Menschen, in aller Vielfalt, nach dieser Freiheit.
Es ist das gesamte Unternehmen Leben, an dem der Mensch teilnimmt, dass ihm diese aufrechte Haltung abverlangt.“
Aus dem unveröffentlichten Vortrag von Johann van der Leeuwen im Club of Rome im Jahr 1999
Café Größenwahn - Berliner Künstlerlokal
„Ich bin nun zwei Abende nicht im Café gewesen und fühle mich etwas unwohl am Herzen. Dr. Döblin kam mit seiner lieblichen Frau, um eine Diagnose zu stellen. Er meint, ich leide an der Schilddrüse, aber in Wirklichkeit habe ich nur große Sehnsucht nach dem Café.“
Else Lasker-Schüler, 1911, kränklich im Bett.
Aus dem Buch: Vom Josty ins Romanische Café:
Streifzüge durch Berliner Künstlerlokale der Goldenen Zwanziger
von Jürgen Schebera
Living is easy with eyes closed
Misunderstanding all you see
It's getting hard to be someone
But it all works out
It doesn't matter much to me
Let me take you down
Cause I´m going to Strawberry Fields"
© by the Beatles 1967
weiß
schon vor allem
und mit ihr
das Leben.
Doch sie gibt es
nicht preis.
Nichts sag ich dir voraus
Tyrann
selbst mit Gewalt nicht.
Ihnen sag ich's
Ihnen.
den stein
schon ewig
zeitlos
unterwegs
in all den lichtjahren
nun
bei den gelben blumen
den schmetterlingen
auf den schwingen der luft
Aus Kreis und Gerade sind alle Schriften gemacht
„und was ich habe ist empfänglich zu werden
über der gelben sichel des mondes
die glut der blauen nacht
neben mir der wicht hölderlin
kritzelt atem auf´s papier“
in communio, zusammensein, das müssen wir neu erfinden
„Bewusstsein, Materie in lebendiger Formation
Die Sprache von Materie in mentaler Lebensform hat sich in Jahrmillionen der Migration nur unter sehr großem Existenzdruck entwickelt.
Jahrtausende währendes Umherziehen in Eis und Hitze, Schutz suchend, Nahrung beschaffend, bedrängt von Fressfeinden, Leiden und Schmerz.
Überleben.
In diesem Kampf scheint Sprache defätistisch gefangen in einem Trauma.
Wie kann die Spezies Sapiens sich aus diesem Trauma lösen?
Soll sie das überhaupt?
Das neuronale Gedächtnis von Lebensmaterie, aufgrund dieser Legende ununterbrochen angehalten Gedanken ins Feld zu werfen, die das Überleben in Angst und Schmerz sichern. Das Trauma wird im Gedächtnis der Zellen als Überlebensinstinkt konserviert.
Auch, wenn wir nur für einen kleinen Moment uns wähnen angstfrei zu sein und keine Schmerzen haben. Im selben Moment, ja fast gleichzeitig, trauen wir diesem angstfreien Moment nicht und Schmerzen stellen sich umgehend wieder ein.
So wie das Zellgedächtnis des Körpers über Jahrtausende mit Angst und Schmerz konditioniert ist.
Angst und Schmerz haben in den Gesellschaften zur kulturellen Konditionierung von Gesellschaft und Individuen systematisch Eingang gefunden als ein in der Polis gebräuchliches Machtinstrument.
a new language we must found
„Von irgend nach aufn weg“
Orginal Pflanzendörfer, junger Dichter aus DDR-Zeiten,
man vermutet von der Stasi in den Freitod getrieben
© by Johan van der Leeuwen
wir
4.500 Millionen Jahre Materie
und ich
verwandelt in Leben
für Sekunden
bewusst
ein Herzschlag
hier
in all den Ozeanen
den Fischen
den Libellen auf den Halmen
der Hitze im Sommer
dem Staub
auf den Sandwegen
auf den Steinen
noch feucht
das Moos
selig
das Lied
in den Bäumen
Mütter Väter
Großmütter und Großväter
Hüter des Lichts
Kinder
in all den Sternenhaufen
Hellauf
dem schwarzen Nichts
in den Sekunden
© by J. G:
Umhüllt
von der weißen Nacht des Schlafs
versponnen
in die totlose Glut des Leibes
atmet
der große Körper
den Duft frischer Erde
Aus dem grünen Licht der Bäume
jubelt das junge Gefieder
das morgendliche Canto
selbstlos
in die strömenden Fäden
der Blüten
Hölzer und Gräser
© by J. G:
how are you
good
what´s good?
everything's fine
nothing's fine
© März 2009 by M. McIron
Es ist Juni
Die Gräser stehen hoch
Zwei Amseln hüpfen über den Weg
Im Wind
ein Zitronenfalter.
© Juni 2026 by J. G:
Lonesome
Regine, standing next to Lothar: “Come on, can’t you see how everything’s going down the drain?
Lothar, sitting, on his smartphone: Yeah, in a minute.
Regine: Look around you—the air is polluted. The wells are full of contaminated drinking water. Plastic in the oceans.
Lothar: Yeah, just a sec.
Regine: Forests are disappearing—cleared, burned down. It’s getting warmer and warmer.
Lothar: Just a moment.
Regine: Pesticides in our food. Hunger, misery, wars. Deaths.
Lothar: Hmm.
Regine: We’re supposed to set out, colonize Mars.
Lothar: Yeah.
Regine: All of this—life, 4.5 billion years of sentient life—replaced by a massive electrical current of data.
Lothar: Hmm.
Regine: Come on, the others are waiting.
Lothar: Just this one thing.
Regine: Let’s go.
Lothar: “Yes.”
Regine: We have to save life, save Earth.
Lothar: “Which Earth?”
© 2026 by J. G:
Sind die Buchstaben auch noch so feingliedrig geschliffen oder schroff hingeworfen, es bleibt ein unerklärliches Echo der Unvollkommenheit, das offensichtlich an allen Küsten dieser Erde die Spezies durchdringend ermahnt und aufwärts treibt, das diffuse Zwielicht, das in der äußeren Beschriftung der Dinge den Augapfel blendet, mit dem Ohr der mündlichen Überlieferung aufzuheben.
© 2013 by J. G:
Das tiefe Verlangen
nach Einssein,
in der Stunde der Geburt
strahlend aus dem seidenen Faltenwurf des Kosmos
glückselig in die Teilung des Einen
in Allem
entwischt,
über die Äonen des Drehens im All
eingelöst,
in der niederen Natur
im blutigen Akt des "fressen und gefressen werdens",
umworben
im NU einer Sekunde wortlos
gefunden,
das junges Begehren
seit Anbeginn
durchströmt
es als stilles Gebet jedes Sandkorn,
ist in jedem Bakterium,
schwimmt
im Algenteppich der Weltmeere,
schwingt in jeder Zelle
singt an jedem Regentag
aus gefiederten Kehlen sein Lied.
© 2021 by J. G:
Angesichts einer sich "selbst sehenden" Welt, bietet das „Ich sehe“ nur noch eine sehr schmale, provinzielle Enge auf das kosmische Ereignis.
© 2008 Johan van der Leeuwen
Die globale Rendite-Privatisierung der elementaren Lebensgrundlagen wie Wasser, Erde, Luft und Feuer zeugt von einer seelischen Verarmung und geistigen Verelendung eines Denkprimaten, der im Stammbaum der Evolution mit dem Titel Sapiens eingetragen ist.
Ein altes Kartenspiel auf dem Tisch des Palazzo.
Klavier im Saal
Schumann
Umjubelt
Applaus
Jeder braucht einen Ort.
Passion
Zugang zu dem
was anrührt
passiert seit Anbeginn.
So sie Ansehen trägt
und das rasende Stillleben
das Hiersein
mit den Töchtern
auf der Anhöhe
atmen kann
© 2009 by J. G:
of a Centenarian Tibetan Woman on her Deathbed
“Impermanence is the phenomenon shared by all sentient beings.
Mountains, forests, and sentient beings are all equal in their impermanence.
With every breath, sentient beings rush toward inevitable death.
This certainty should not cloud our minds, but rather help us overcome obstacles.
Incomparable Lama, I pray to you.
In this life and the next, and in the intermediate state after death.
Hold me with your compassion; grant me your ceaseless blessings.
My body, my possessions, and all my virtuous qualities.
All of this I freely offer to all beings who have been my mothers.
May I be of great benefit to all beings.”
© by La-Mo
is something else
power
they don’t have that
they have money
lots of money
a whole lot
influence
possessions
and prisons
but never power
over life
soul
for eons
never
© by J. G:
ich
ein liebender
wie jeder stein
wie jede pflanze
wie ihr selbst
Zeile aus einem Lied der Sufis
© 2008 by J. G:
zitronenfalter unterwegs
mit dem fallschirm
löwenzahn
in der hand
die kamera
klick
ewiges licht
dich nehm ich mit
© Pfingsten - Mai 2026 by J. G:
du schöne nachtigal im tal alamut hallt es von den felskanten hinein ins land füllt all die grünen schluchten an diesem tag mit deinem ...