Mittwoch, 14. Oktober 2026

Naschmeh

 

du schöne nachtigal

im tal alamut 

hallt es

von den felskanten

 hinein

ins land

füllt 

all die grünen schluchten

an diesem tag

mit deinem liebeslied

heute

und immer

ist deine stimme

zu hören

in den herzen

der friedfertigen


   

©  Oktober  2026  by  J. G:   







Samstag, 3. Oktober 2026

Creamus ergo sum.

 

„Würde verlangt nach Kreativität. 

Sonst ist sie nicht souverän.


Würde“ ist die säkularisierte Form der Erhabenheit, der „Göttlichkeit“ des Lebens. 


Ein Ringen der Natur wie des Menschen, in aller Vielfalt, nach dieser Freiheit.


Es ist das gesamte Unternehmen Leben, an dem der Mensch teilnimmt, dass ihm diese aufrechte Haltung abverlangt.“ 



©  by J.van der Leeuwen


Aus dem unveröffentlichten Vortrag von Johann van der Leeuwen im Club of Rome im Jahr 1999



Samstag, 19. September 2026

zwei Groschen

 Café Größenwahn - Berliner Künstlerlokal

„Ich bin nun zwei Abende nicht im Café gewesen und fühle mich etwas unwohl am Herzen. Dr. Döblin kam mit seiner lieblichen Frau, um eine Diagnose zu stellen. Er meint, ich leide an der Schilddrüse, aber in Wirklichkeit habe ich nur große Sehnsucht nach dem Café.“ 

Else Lasker-Schüler, 1911, kränklich im Bett. 


Aus dem Buch: Vom Josty ins Romanische Café: 

Streifzüge durch Berliner Künstlerlokale der Goldenen Zwanziger

von Jürgen Schebera

Sonntag, 13. September 2026

Download for free


Demolition of the Set   
©   2026 by  J. G:   




"Nothing is real
And nothing to get hung about
Strawberry Fields forever

Living is easy with eyes closed

Misunderstanding all you see

It's getting hard to be someone

But it all works out

It doesn't matter much to me

Let me take you down

Cause I´m going to Strawberry Fields"

©  by the Beatles 1967






 

Samstag, 12. September 2026

materie

 weiß

schon vor allem

und mit ihr 

das Leben.

Doch sie gibt es

nicht preis.

Nichts sag ich dir voraus

Tyrann

selbst mit Gewalt nicht.

Ihnen sag ich's

Ihnen.


©  September 2026  by  J. G:   

Montag, 3. August 2026

auf sich

den stein

schon ewig

zeitlos

unterwegs

in all den lichtjahren

nun

bei den gelben blumen

den schmetterlingen

auf den schwingen der luft


©  August 2026  by  J. G:   


Samstag, 4. Juli 2026

Sign in the Sand.

Aus Kreis und Gerade sind alle Schriften gemacht



„und was ich habe ist empfänglich zu werden

über der gelben sichel des mondes

die glut der blauen nacht

neben mir der wicht hölderlin

kritzelt atem auf´s papier“


©   by  J. G:   

 

in communio, zusammensein, das müssen wir neu erfinden

 

„Bewusstsein, Materie in lebendiger Formation



Die Sprache von Materie in mentaler Lebensform hat sich in Jahrmillionen der Migration nur unter sehr großem Existenzdruck entwickelt.

Jahrtausende währendes Umherziehen in Eis und Hitze, Schutz suchend, Nahrung beschaffend, bedrängt von Fressfeinden, Leiden und Schmerz. 


Überleben.

 

In diesem Kampf scheint Sprache defätistisch gefangen in einem Trauma. 

 

Wie kann die Spezies Sapiens sich aus diesem Trauma lösen?

Soll sie das überhaupt?

 

Das neuronale Gedächtnis von Lebensmaterie, aufgrund dieser Legende ununterbrochen angehalten Gedanken ins Feld zu werfen, die das Überleben in Angst und Schmerz sichern. Das Trauma wird im Gedächtnis der Zellen als Überlebensinstinkt konserviert.

 

Auch, wenn wir nur für einen kleinen Moment uns wähnen angstfrei zu sein und keine Schmerzen haben. Im selben Moment, ja fast gleichzeitig, trauen wir diesem angstfreien Moment nicht und Schmerzen stellen sich umgehend wieder ein. 

So wie das Zellgedächtnis des Körpers über Jahrtausende mit Angst und Schmerz konditioniert ist.


Angst und Schmerz haben in den Gesellschaften zur kulturellen Konditionierung von Gesellschaft und Individuen systematisch Eingang gefunden als ein in der Polis gebräuchliches Machtinstrument.

  

a new language we must found 


 

„Von irgend nach aufn weg“ 

Orginal Pflanzendörfer, junger Dichter aus DDR-Zeiten, 

man vermutet von der Stasi in den Freitod getrieben



©   by  Johan van der Leeuwen


Freitag, 3. Juli 2026

und

wir

4.500 Millionen Jahre Materie

und ich 

verwandelt in Leben

für Sekunden

bewusst

ein Herzschlag

hier

in all den Ozeanen

den Fischen

den Libellen auf den Halmen

der Hitze im Sommer

dem Staub

auf den Sandwegen

auf den Steinen

noch feucht

das Moos 

selig 

das Lied 

 in den Bäumen

Mütter Väter

Großmütter und Großväter

Hüter des Lichts

Kinder

in all den Sternenhaufen

Hellauf

dem schwarzen Nichts

in den Sekunden


©   by  J. G: 



Mittwoch, 1. Juli 2026

ist

Umhüllt

von der weißen Nacht des Schlafs

versponnen 

in die totlose Glut des Leibes

atmet 

der große Körper 

den Duft frischer Erde


Aus dem grünen Licht der Bäume 

jubelt das junge Gefieder 

das morgendliche Canto 

selbstlos

in die strömenden Fäden

der Blüten

Hölzer und Gräser



  ©   by  J. G:


mich

o du schaffender gott 
in der materie 
in mir o seele,
hast du dich erhoben


  ©   by  J. G:





 

Sonntag, 28. Juni 2026

momement of live


how are you

good


what´s good?


everything's fine

nothing's fine



  ©   März  2009 by M. McIron 


Donnerstag, 25. Juni 2026

Sommer

 

Es ist Juni

Die Gräser stehen hoch

Zwei Amseln hüpfen über den Weg

Im Wind 

ein  Zitronenfalter.


  ©   Juni 2026 by  J. G: 


Sonntag, 14. Juni 2026

opera

Lonesome


Regine, standing next to Lothar: “Come on, can’t you see how everything’s going down the drain? 

Lothar, sitting, on his smartphone: Yeah, in a minute.


Regine: Look around you—the air is polluted. The wells are full of contaminated drinking water. Plastic in the oceans.

Lothar: Yeah, just a sec.


Regine: Forests are disappearing—cleared, burned down. It’s getting warmer and warmer.

Lothar: Just a moment.


Regine: Pesticides in our food. Hunger, misery, wars. Deaths.

Lothar: Hmm.


Regine: We’re supposed to set out, colonize Mars.

Lothar: Yeah.


Regine: All of this—life, 4.5 billion years of sentient life—replaced by a massive electrical current of data.

Lothar: Hmm.


Regine: Come on, the others are waiting. 

Lothar: Just this one thing.


Regine: Let’s go.

Lothar: “Yes.”


Regine: We have to save life, save Earth. 

Lothar: “Which Earth?”


  ©   2026 by  J. G: 

 



Donnerstag, 11. Juni 2026

MeinsDeins


Menschlich zu verwerfen ist, Landminen zu verkaufen und von der Rendite verstümmelter Glieder seiner Frau Geschmeide um den Hals zu hängen. Ebenso zu verwerfen ist es, dass das alte Matriarchat geblendet von einem gefälschtem Sieg da immer noch die Beine breit macht. 
Hier arbeitet noch das alte unbewusste Betriebssystem des Sapiens, das nicht kennt, blind dafür ist, was es auf der anderen Seite anrichtet.

Der Spezies Sapiens fehlt offenbar in seiner Entwicklung das "missing link", die einfache Brücke aus Holz, über die er gehen kann.

Eine Brücke, die ihm den Zugang zu einer Konstanten in seiner Wahrnehmung ermöglicht, einem physisch, konstanten Bezug zu beiden Seiten hin, der ihn in das Erleben bringt, Beobachter und Teilnehmer zugleich zu sein, denn dann würde er im Falle eines Falles erkennen können, auf dieser Brücke stehend, dass, wenn er seine Waffe auf einen anderes Menschenleben richtet, um ihn als Feind zu töten, das er nicht den Feind, den Tod tötet, sondern Leben, sich selbst in dem Anderen erschießt. Die durchgelegenen Ruhebetten, auf denen all die dazu gebracht, genötigt und verführt wurden, füllen Bände.

Vielleicht ist es vergleichbar mit der Homöostase, der über hunderte von Jahrmillionen eingeübten Partitur einer konstanten Körpertemperatur, die beständig im Blut des  Sapiens zur Aufführung kommt und auf dessen Melodie die Spezies sich verlassen kann, ohne darüber nachdenken zu müssen oder gar dem Zweifel zu verfallen. Diese von der Evolution erworbene Konstante, ein unterbewusst agierender immer zur Verfügung stehender Service, ermöglicht ihm und all den anderen warmblütigen Lebensformen relativ unabhängig von äußeren Umständen zu agieren. 

Von der egometrischen Gewohnheit des eigenen Vorteils abzulassen gelingt der terrestrisch eingefassten Immobilie des Sapiens nur schwer. Kein Vorwurf. Eisern und einsam ist der Widerstand, wenn der Fisch an Land geworfen und das Solo der Lungenatmung auf der Trompete spielen soll.

Nun sollen wir innerlich ablassen vom eigenen Vorteil, „Ganz“ sein, nicht "egoman" „nachhaltig“ wirtschaften, wie auch immer der eigene Lebens-Vorteil verfasst sein mag, ob religiös, säkular, Tee oder Cafe, mit Schleier oder ohne, reich oder nur Opel, Wurst oder Vegan, und das in einer Zeit, in der die äußeren Umstände mit Mörsereinschlägen näher rücken und uns ein Rückgriff auf das alte Testament medial penetrant entgegenplärrt. 

Der innere Zugang zu beiden Seiten hin könnte ein Aufgang in ein schlichtes, neues Wahrnehmen von Welt sein, kein linearer Akt des Denkens, angelesen in Büchern, gehört in Vorträgen, gesehen in Aufzeichnungen etc. 

Man muss ES halt „für wahr genommen“ haben, das Erlebnis, gleich einem leiblichen Erlebnis, ganz und gar im Jetzt und live, man muss es selbst gesehen, gefühlt haben vor Ort, man muss mit seinem ganzen Leben „da“ gewesen sein, dasein im All und Leben, so wie Astronauten und Kosmonauten im Orbit, die in einer Arbeitspause oder während einer Panne zwischen Bodenstation und ihrem kleinen Raumschiff kurz einen Blick auf die Erde von oben hatten und realisierten, wo sie waren. Sie waren in einem Zeitraum, wo es kein oben und und unten gibt. Sie waren gleichzeitig hier und da unten auf der Erde, in ihrer Stadt, ihrem Dorf, bei den Kindern im Sand und in den mäandernden Pfützen der Ozeane.

Petrarca erzählte schon im 13. Jahrhundert davon in seinen Aufzeichnungen. Und der schwedische Schriftsteller Lars Gustavsson öffnet uns den Eintritt zu diesem naiven Akt des Wahrnehmens über einen Jungen, der einen Drachen steigen lässt und die Begeisterung auf der Erde zu stehen fühlt, denn er ist auch gleichzeitig der Drache, der von oben auf ihn selbst herunterschaut. 

Die Subjekt- und Objektschranke, die Ich und Du Trennung, der Freund- und Feindschleier, der Theatervorhang des MeinsDeins wird für nur Sekundenbruchteilen aufgezogen und man sieht in eine völlig andere Welt.

©   2014 by  J. G:

öffentlich

an küchentischen
in den cafes
jetzt auch am euphrat
im staub des alten königs kish
neue materie
leben
herrlich
weiblich
ohne ich

  ©   2014 by  J. G:

im tal



den grünen halm

im mund

liege ich da

hingeworfen

mit allem

hole licht
mit dir

 

 

 ©   by  J. G:

eingeboren















 

 

Sind die Buchstaben auch noch so feingliedrig geschliffen oder schroff hingeworfen, es bleibt ein unerklärliches Echo der Unvollkommenheit, das offensichtlich an allen Küsten dieser Erde die Spezies durchdringend ermahnt und aufwärts treibt, das diffuse Zwielicht, das in der äußeren Beschriftung der Dinge den Augapfel blendet, mit dem Ohr der mündlichen Überlieferung aufzuheben.


  ©   2013 by  J. G:


Mittwoch, 10. Juni 2026

inzwischen

Das tiefe Verlangen 

nach Einssein, 

in der Stunde der Geburt

strahlend aus dem seidenen Faltenwurf des Kosmos 

glückselig in die Teilung des Einen 

in Allem 

entwischt, 

über die Äonen des Drehens im All 

eingelöst, 

in der niederen Natur

 im blutigen Akt des "fressen und gefressen werdens",

umworben

im NU einer Sekunde wortlos 

gefunden, 

das junges Begehren 

seit Anbeginn 

durchströmt

es als stilles Gebet jedes Sandkorn, 

ist in jedem Bakterium, 

schwimmt

im Algenteppich der Weltmeere, 

schwingt in jeder Zelle 

singt an jedem Regentag 

aus gefiederten Kehlen sein Lied.


  ©   2021 by  J. G:

beileibe












wir

die bunte Saat der Erde,
weisen die Geldfresser an unserer Tür ab.

An den Küchentischen und in den Cafes dieser Welt

haben wir uns seit langem darüber verständigt.

Dem Stellungsbefehl der Menschenfresser
und ihren ruinösen Algorithmen folgen wir in unserer inneren Haltung schon lange nicht mehr.

Auch Revolutionen und Aufstände, die sie anpreisen, zur Erhaltung ihrer Macht, bei uns passé.

Wir tun das, was Leben schafft, poesis.

Entziehen ihnen mit des Lebens Intelligenz in uns allen Anfang, des Tages erstes Licht.
Liebe, Seele, Herz und Verstand.

So verkümmern sie an ihren Schädelstätten.

An den Küchentischen und in den Cafés stehen die Menschen, die Väter und Mütter auf, denn
die Kinder wischten mit einem Handstreich die Figuren der Leibeigenschaft vom Tisch.

Die Millionenheere von Sklavenarbeitern, 
die mit ihren schwarzen Händen 
für einen Hungerlohn die Geldhäuser bauten, 
geblendet von den Menschenfresser noch in den Krieg zogen, 
sie kehren zu ihren Familien zurück.

Die jahrtausendealte Gewalt der Spezies Sapiens gegenüber der Mitwelt, der ruinöse Logos des nur eigenen Vorteils, 
unbewusstes Werkzeug, Betriebssystems von Krieg, Mord und Totschlag, die selbstmörderische Schlacht, das Wüten gegen sich selbst, gegen das Mensch werden, vor aller Öffentlichkeit auf der Weltenbühne entblößt. 



©   2012  by  Johan van der Leeuwen 

Sonntag, 7. Juni 2026

Tondo



Angesichts einer sich "selbst sehenden" Welt,  bietet das „Ich sehe“ nur noch eine sehr schmale, provinzielle Enge auf das kosmische Ereignis.


                

© 2008 Johan van der Leeuwen

eigenes

Die globale Rendite-Privatisierung der elementaren Lebensgrundlagen wie Wasser, Erde, Luft und Feuer zeugt von einer seelischen Verarmung und geistigen Verelendung eines Denkprimaten, der im Stammbaum der Evolution mit dem Titel Sapiens eingetragen ist.


Eingemauert in einem egometrischen Arbeitshaus Lebenstod, umnachtet von einer unbewussten Verwaltung physischer Welt, verwehrt dieses Arbeitshaus der menschlichen Entwicklung in der Spezies den Zugang in ein humanes Miteinanders der Kulturen.

In diesem Schritt handelt es sich um Einsicht und Zutritt in den Lebensraum innerer Zusammenhänge, einer Welt nicht nur lebendiger, sondern bewusster Lebensmaterie, die sich losbindet von der Gewalt und dem Töten anderer Lebensformen, da sie ja, und das macht das Phänomen einer humanen Bewusstwerdung aus, die eigenen sind.

Erst jetzt, mit dieser Erkenntnis in den Händen, rechtfertigt die Spezies historisch ihren Namen.

Homo Sapiens.

© 2008 Johan van der Leeuwen

Mittwoch, 3. Juni 2026

Die drei Schwestern


Ein altes Kartenspiel auf dem Tisch des Palazzo.



Klavier im Saal

Schumann

Umjubelt

Applaus

Jeder braucht einen Ort.

Passion

Zugang zu dem

was anrührt

passiert seit Anbeginn.


So sie Ansehen trägt

und das rasende Stillleben

das Hiersein

mit den Töchtern

auf der Anhöhe

atmen kann


  ©   2009  by  J. G: 




 

Prayer

of a Centenarian Tibetan Woman on her Deathbed


“Impermanence is the phenomenon shared by all sentient beings.

Mountains, forests, and sentient beings are all equal in their impermanence.

With every breath, sentient beings rush toward inevitable death.

This certainty should not cloud our minds, but rather help us overcome obstacles.

Incomparable Lama, I pray to you.

In this life and the next, and in the intermediate state after death. 

Hold me with your compassion; grant me your ceaseless blessings. 

My body, my possessions, and all my virtuous qualities. 

All of this I freely offer to all beings who have been my mothers. 

May I be of great benefit to all beings.”


  ©    by  La-Mo


power


is something else


power

they don’t have that

they have money

lots of money

a whole lot

influence

possessions

and prisons

but never power

over life

 soul

for eons


never



  ©    by  J. G: 





Montag, 25. Mai 2026

seht


 ich 

ein liebender

wie jeder stein

wie jede pflanze

wie ihr selbst


Zeile aus einem Lied der Sufis

  ©   2008  by  J. G: 


das hemd hat taschen

zitronenfalter unterwegs 

mit dem fallschirm 

löwenzahn

in der hand

die kamera

klick

ewiges licht 

dich nehm ich mit


  ©   Pfingsten - Mai 2026  by  J. G: 






Naschmeh

  du schöne nachtigal im tal alamut  hallt es von den felskanten  hinein ins land füllt  all die grünen schluchten an diesem tag mit deinem ...