Samstag, 4. Juli 2026

Sign in the Sand.

Aus Kreis und Gerade sind alle Schriften gemacht



„und was ich habe ist empfänglich zu werden

über der gelben sichel des mondes

die glut der blauen nacht

neben mir der wicht hölderlin

kritzelt atem auf´s papier“


©   by  J. G:   

 

in communio, zusammensein, das müssen wir neu erfinden

 

„Bewusstsein, Materie in lebendiger Formation



Die Sprache von Materie in mentaler Lebensform hat sich in Jahrmillionen der Migration nur unter sehr großem Existenzdruck entwickelt.

Jahrtausende währendes Umherziehen in Eis und Hitze, Schutz suchend, Nahrung beschaffend, bedrängt von Fressfeinden, Leiden und Schmerz. 


Überleben.

 

In diesem Kampf scheint Sprache defätistisch gefangen in einem Trauma. 

 

Wie kann die Spezies Sapiens sich aus diesem Trauma lösen?

Soll sie das überhaupt?

 

Das neuronale Gedächtnis von Lebensmaterie, aufgrund dieser Legende ununterbrochen angehalten Gedanken ins Feld zu werfen, die das Überleben in Angst und Schmerz sichern. Das Trauma wird im Gedächtnis der Zellen als Überlebensinstinkt konserviert.

 

Auch, wenn wir nur für einen kleinen Moment uns wähnen angstfrei zu sein und keine Schmerzen haben. Im selben Moment, ja fast gleichzeitig, trauen wir diesem angstfreien Moment nicht und Schmerzen stellen sich umgehend wieder ein. 

So wie das Zellgedächtnis des Körpers über Jahrtausende mit Angst und Schmerz konditioniert ist.


Angst und Schmerz haben in den Gesellschaften zur kulturellen Konditionierung von Gesellschaft und Individuen systematisch Eingang gefunden als ein in der Polis gebräuchliches Machtinstrument.

  

a new language we must found 


 

„Von irgend nach aufn weg“ 

Orginal Pflanzendörfer, junger Dichter aus DDR-Zeiten, 

man vermutet von der Stasi in den Freitod getrieben



©   by  Johan van der Leeuwen


Freitag, 3. Juli 2026

und

wir

4.500 Millionen Jahre Materie

und ich 

verwandelt in Leben

für Sekunden

bewusst

ein Herzschlag

hier

in all den Ozeanen

den Fischen

den Libellen auf den Halmen

der Hitze im Sommer

dem Staub

auf den Sandwegen

auf den Steinen

noch feucht

das Moos 

selig 

das Lied 

 in den Bäumen

Mütter Väter

Großmütter und Großväter

Hüter des Lichts

Kinder

in all den Sternenhaufen

Hellauf

dem schwarzen Nichts

in meinen Sekunden


©   by  J. G: 



Mittwoch, 1. Juli 2026

ist

Umhüllt

von der weißen Nacht des Schlafs

versponnen 

in die totlose Glut des Leibes

atmet 

der große Körper 

den Duft frischer Erde


Aus dem grünen Licht der Bäume 

jubelt das junge Gefieder 

das morgendliche Canto 

selbstlos

in die strömenden Fäden

der Gräser

Blüten und Hölzer



  ©   by  J. G:


mich

o du schaffender gott 
in der materie 
in mir o seele,
hast du dich erhoben


  ©   by  J. G:





 

Sonntag, 28. Juni 2026

momement of live


how are you

good


what´s good?


everything's fine

nothing's fine



  ©   März  2009 by M. McIron 


Donnerstag, 25. Juni 2026

Sommer

 

Es ist Juni

Die Gräser stehen hoch

Zwei Amseln hüpfen über den Weg

Im Wind 

ein  Zitronenfalter.


  ©   Juni 2026 by  J. G: 


Sonntag, 14. Juni 2026

opera

Lonesome


Regine, standing next to Lothar: “Come on, can’t you see how everything’s going down the drain? 

Lothar, sitting, on his smartphone: Yeah, in a minute.


Regine: Look around you—the air is polluted. The wells are full of contaminated drinking water. Plastic in the oceans.

Lothar: Yeah, just a sec.


Regine: Forests are disappearing—cleared, burned down. It’s getting warmer and warmer.

Lothar: Just a moment.


Regine: Pesticides in our food. Hunger, misery, wars. Deaths.

Lothar: Hmm.


Regine: We’re supposed to set out, colonize Mars.

Lothar: Yeah.


Regine: All of this—life, 4.5 billion years of sentient life—replaced by a massive electrical current of data.

Lothar: Hmm.


Regine: Come on, the others are waiting. 

Lothar: Just this one thing.


Regine: Let’s go.

Lothar: “Yes.”


Regine: We have to save life, save Earth. 

Lothar: “Which Earth?”


  ©   2026 by  J. G: 

 



Donnerstag, 11. Juni 2026

MeinsDeins


Menschlich zu verwerfen ist, Landminen zu verkaufen und von der Rendite verstümmelter Glieder seiner Frau Geschmeide um den Hals zu hängen. Ebenso zu verwerfen ist es, dass das alte Matriarchat geblendet von einem gefälschtem Sieg da immer noch die Beine breit macht. 
Hier arbeitet noch das alte unbewusste Betriebssystem des Sapiens, das nicht kennt, blind dafür ist, was es auf der anderen Seite anrichtet.

Der Spezies Sapiens fehlt offenbar in seiner Entwicklung das "missing link", die einfache Brücke aus Holz, über die er gehen kann.

Eine Brücke, die ihm den Zugang zu einer Konstanten in seiner Wahrnehmung ermöglicht, einem physisch, konstanten Bezug zu beiden Seiten hin, der ihn in das Erleben bringt, Beobachter und Teilnehmer zugleich zu sein, denn dann würde er im Falle eines Falles erkennen können, auf dieser Brücke stehend, dass, wenn er seine Waffe auf einen anderes Menschenleben richtet, um ihn als Feind zu töten, das er nicht den Feind, den Tod tötet, sondern Leben, sich selbst in dem Anderen erschießt. Die durchgelegenen Ruhebetten, auf denen all die dazu gebracht, genötigt und verführt wurden, füllen Bände.

Vielleicht ist es vergleichbar mit der Homöostase, der über hunderte von Jahrmillionen eingeübten Partitur einer konstanten Körpertemperatur, die beständig im Blut des  Sapiens zur Aufführung kommt und auf dessen Melodie die Spezies sich verlassen kann, ohne darüber nachdenken zu müssen oder gar dem Zweifel zu verfallen. Diese von der Evolution erworbene Konstante, ein unterbewusst agierender immer zur Verfügung stehender Service, ermöglicht ihm und all den anderen warmblütigen Lebensformen relativ unabhängig von äußeren Umständen zu agieren. 

Von der egometrischen Gewohnheit des eigenen Vorteils abzulassen gelingt der terrestrisch eingefassten Immobilie des Sapiens nur schwer. Kein Vorwurf. Eisern und einsam ist der Widerstand, wenn der Fisch an Land geworfen und das Solo der Lungenatmung auf der Trompete spielen soll.

Nun sollen wir innerlich ablassen vom eigenen Vorteil, „Ganz“ sein, nicht "egoman" „nachhaltig“ wirtschaften, wie auch immer der eigene Lebens-Vorteil verfasst sein mag, ob religiös, säkular, Tee oder Cafe, mit Schleier oder ohne, reich oder nur Opel, Wurst oder Vegan, und das in einer Zeit, in der die äußeren Umstände mit Mörsereinschlägen näher rücken und uns ein Rückgriff auf das alte Testament medial penetrant entgegenplärrt. 

Der innere Zugang zu beiden Seiten hin könnte ein Aufgang in ein schlichtes, neues Wahrnehmen von Welt sein, kein linearer Akt des Denkens, angelesen in Büchern, gehört in Vorträgen, gesehen in Aufzeichnungen etc. 

Man muss ES halt „für wahr genommen“ haben, das Erlebnis, gleich einem leiblichen Erlebnis, ganz und gar im Jetzt und live, man muss es selbst gesehen, gefühlt haben vor Ort, man muss mit seinem ganzen Leben „da“ gewesen sein, dasein im All und Leben, so wie Astronauten und Kosmonauten im Orbit, die in einer Arbeitspause oder während einer Panne zwischen Bodenstation und ihrem kleinen Raumschiff kurz einen Blick auf die Erde von oben hatten und realisierten, wo sie waren. Sie waren in einem Zeitraum, wo es kein oben und und unten gibt. Sie waren gleichzeitig hier und da unten auf der Erde, in ihrer Stadt, ihrem Dorf, bei den Kindern im Sand und in den mäandernden Pfützen der Ozeane.

Petrarca erzählte schon im 13. Jahrhundert davon in seinen Aufzeichnungen. Und der schwedische Schriftsteller Lars Gustavsson öffnet uns den Eintritt zu diesem naiven Akt des Wahrnehmens über einen Jungen, der einen Drachen steigen lässt und die Begeisterung auf der Erde zu stehen fühlt, denn er ist auch gleichzeitig der Drache, der von oben auf ihn selbst herunterschaut. 

Die Subjekt- und Objektschranke, die Ich und Du Trennung, der Freund- und Feindschleier, der Theatervorhang des MeinsDeins wird für nur Sekundenbruchteilen aufgezogen und man sieht in eine völlig andere Welt.

©   2014 by  J. G:

öffentlich

an küchentischen
in den cafes
jetzt auch am euphrat
im staub des alten königs kish
neue materie
leben
herrlich
weiblich
ohne ich

  ©   2014 by  J. G:

im tal



den grünen halm

im mund

liege ich da

hingeworfen

mit allem

hole licht
mit dir

 

 

 ©   by  J. G:

eingeboren















 

 

Sind die Buchstaben auch noch so feingliedrig geschliffen oder schroff hingeworfen, es bleibt ein unerklärliches Echo der Unvollkommenheit, das offensichtlich an allen Küsten dieser Erde die Spezies durchdringend ermahnt und aufwärts treibt, das diffuse Zwielicht, das in der äußeren Beschriftung der Dinge den Augapfel blendet, mit dem Ohr der mündlichen Überlieferung aufzuheben.


  ©   2013 by  J. G:


Mittwoch, 10. Juni 2026

inzwischen

Das tiefe Verlangen 

nach Einssein, 

in der Stunde der Geburt

strahlend aus dem seidenen Faltenwurf des Kosmos 

glückselig in die Teilung des Einen 

in Allem 

entwischt

über die Äonen des Drehens im All 

eingelöst

in der niederen Natur

 im blutigen Akt des "fressen und gefressen werdens",

umworben

im NU einer Sekunde wortlos 

gefunden

das junges Begehren 

seit Anbeginn 

durchströmt

es als stilles Gebet jedes Sandkorn, 

ist in jedem Bakterium, 

schwimmt

im Algenteppich der Weltmeere, 

schwingt in jeder Zelle 

singt an jedem Regentag 

aus gefiederten Kehlen sein Lied.


  ©   2021 by  J. G:

beileibe












wir

die bunte Saat der Erde,
weisen die Geldfresser an unserer Tür ab.

An den Küchentischen und in den Cafes dieser Welt

haben wir uns seit langem darüber verständigt.

Dem Stellungsbefehl der Menschenfresser
und ihren ruinösen Algorithmen folgen wir in unserer inneren Haltung schon lange nicht mehr.

Auch Revolutionen und Aufstände, die sie anpreisen, zur Erhaltung ihrer Macht, bei uns passé.

Wir tun das, was Leben schafft, poesis.

Entziehen ihnen mit des Lebens Intelligenz in uns allen Anfang, des Tages erstes Licht.
Liebe, Seele, Herz und Verstand.

So verkümmern sie an ihren Schädelstätten.

An den Küchentischen und in den Cafés stehen die Menschen, die Väter und Mütter auf, denn
die Kinder wischten mit einem Handstreich die Figuren der Leibeigenschaft vom Tisch.

Die Millionenheere von Sklavenarbeitern, 
die mit ihren schwarzen Händen 
für einen Hungerlohn die Geldhäuser bauten, 
geblendet von den Menschenfresser noch in den Krieg zogen, 
sie kehren zu ihren Familien zurück.

Die jahrtausendealte Gewalt der Spezies Sapiens gegenüber der Mitwelt, der ruinöse Logos des nur eigenen Vorteils, 
unbewusstes Werkzeug, Betriebssystems von Krieg, Mord und Totschlag, die selbstmörderische Schlacht, das Wüten gegen sich selbst, gegen das Mensch werden, vor aller Öffentlichkeit auf der Weltenbühne entblößt. 



©   2012  by  Johan van der Leeuwen 

Sonntag, 7. Juni 2026

Tondo



Angesichts einer sich "selbst sehenden" Welt,  bietet das „Ich sehe“ nur noch eine sehr schmale, provinzielle Enge auf das kosmische Ereignis.


                

© 2008 Johan van der Leeuwen

eigenes

Die globale Rendite-Privatisierung der elementaren Lebensgrundlagen wie Wasser, Erde, Luft und Feuer zeugt von einer seelischen Verarmung und geistigen Verelendung eines Denkprimaten, der im Stammbaum der Evolution mit dem Titel Sapiens eingetragen ist.


Eingemauert in einem egometrischen Arbeitshaus Lebenstod, umnachtet von einer unbewussten Verwaltung physischer Welt, verwehrt dieses Arbeitshaus der menschlichen Entwicklung in der Spezies den Zugang in ein humanes Miteinanders der Kulturen.

In diesem Schritt handelt es sich um Einsicht und Zutritt in den Lebensraum innerer Zusammenhänge, einer Welt nicht nur lebendiger, sondern bewusster Lebensmaterie, die sich losbindet von der Gewalt und dem Töten anderer Lebensformen, da sie ja, und das macht das Phänomen einer humanen Bewusstwerdung aus, die eigenen sind.

Erst jetzt, mit dieser Erkenntnis in den Händen, rechtfertigt die Spezies historisch ihren Namen.

Homo Sapiens.

© 2008 Johan van der Leeuwen

Mittwoch, 3. Juni 2026

Die drei Schwestern


Ein altes Kartenspiel auf dem Tisch des Palazzo.



Klavier im Saal

Schumann

Umjubelt

Applaus

Jeder braucht einen Ort.

Passion

Zugang zu dem

was anrührt

passiert seit Anbeginn.


So sie Ansehen trägt

und das rasende Stillleben

das Hiersein

mit den Töchtern

auf der Anhöhe

atmen kann


  ©   2009  by  J. G: 




 

Prayer

of a Centenarian Tibetan Woman on her Deathbed


“Impermanence is the phenomenon shared by all sentient beings.

Mountains, forests, and sentient beings are all equal in their impermanence.

With every breath, sentient beings rush toward inevitable death.

This certainty should not cloud our minds, but rather help us overcome obstacles.

Incomparable Lama, I pray to you.

In this life and the next, and in the intermediate state after death. 

Hold me with your compassion; grant me your ceaseless blessings. 

My body, my possessions, and all my virtuous qualities. 

All of this I freely offer to all beings who have been my mothers. 

May I be of great benefit to all beings.”


  ©    by  La-Mo


power


is something else


power

they don’t have that

they have money

lots of money

a whole lot

influence

possessions

and prisons

but never power

over life

 soul

for eons


never



  ©    by  J. G: 





Montag, 25. Mai 2026

seht


 ich 

ein liebender

wie jeder stein

wie jede pflanze

wie ihr selbst


Zeile aus einem Lied der Sufis

  ©   2008  by  J. G: 


das hemd hat taschen

zitronenfalter unterwegs 

mit dem fallschirm 

löwenzahn

in der hand

die kamera

klick

ewiges licht 

dich nehm ich mit


  ©   Pfingsten - Mai 2026  by  J. G: 






Sonntag, 24. Mai 2026

Feuerzungen

Monsieur,

 

ah, schön, dass sie meiner Einladung an diesem Feiertag gefolgt sind.

Kommen Sie ins Atelier, da habe ich was für sie.

Vielleicht können sie mir auch auf die Sprünge helfen.

Das Bild ist noch nicht ganz fertig.

 

Ja, ja, ihr Poem habe ich gelesen, dreimal.

Ihre Zeilen haben mich dazu gebracht ein Bild zu malen.


Kommen sie auf diese Seite, hier ist es.


Nach dem Lesen ihres Poems tauchten doch einige Fragen auf.


Wie kommen biologischen Zellen in die Lage, mit 3500 Millionen Studienjahren, wie kommen diese winzigen Bausteinchen, biologische Gründungsunternehmen, wie kommen sie an Mitteilungen aus dem kosmischen Raum, deren Ausdehnung mehr als 13000 Millionen Jahre ausmacht?


Ist das denn wichtig?

 

Ja, ich glaube schon.

Um diese Frage in mein Bild zu malen, kam ich auf einen Briefkasten in Grau. Den habe ich in Ultramarinasche gemalt.

 

Der Briefkasten hat keinen Schlitz?

Stimmt, den habe ich sein gelassen.

Warum?


Das Gehirn, die neuronalen Schaltkreise, setze ich in diesem Bild mit einem Briefkasten gleich.

Gewöhnungsbedürftig.

Gehirne sind nur  ein Teil von Lebewesen. Manche haben keins, sind aber viel älter. 

Alle, ob mit oder ohne Gehirn, sind in diesem Lebens-Ereignis auf dieser Erde darauf angewiesen mit ihrer ganzen Lebensweise, mit ihrem ganzen Körper Informationen auszulesen..


Da liegen sie nicht falsch, handelt es sich um Ereignisse, die schon waren.

Ja, das Gehirn, ein Übersetzungsbüro.

Die elektrischen Schaltungen im Gehirn übersetzen das, was im ganzen Körper  passiert.

Kopien, meinen sie?

Mehr eine Zweitschrift.


Der ganze Körper, Erde wie ein einzelnes Wesen, ist der Flut von Informationen ausgesetzt. Besonders kommen Ereignisse hinzu, seitdem wir Wissen, was uns alles aus dem großen kosmischen Raum beeinflusst. 

Meinen sie aus Hintergrund des Kosmos? 

Ja, sie passieren den gesamten Lebensraum auf der Erde, auch den menschlichen Körper. 

In dem grauen Briefkasten, der keinen Schlitz hat, treffen zeitversetzt Briefe ein, von Ereignissen, die schon waren. Dort werden sie Artenspezifisch, je nach Bau des Postamtes, entziffert und verteilt an die jeweiligen Verwaltungsstellen.


Ein biologisches Postamt?

Ja, doch alles noch sehr jung, nicht alt im Verhältnis zur gesamten Aufführung auf dieser Bühne.

Vielleicht 500 Millionen Jahre in Betrieb?

Und wir?

Und unsere Spezies?

Na, 2  oder 3 Millionen Jahre sind wir schon als Postboten unterwegs.

 

Alles davor kam auf der irdischen Bühne ohne ein zentrales Postamt aus.

Sensationell, oder?

Ja, das kann man sagen, über 4000 Millionen Jahre.

Ein Orchester ohne einen Dirigenten am Pult.

 Ein Zusammenspiel von Ordnung und Unordnung.

Eine Harmonie mit sehr besonderen Akkorden. 


Auf meinen Bildern sehe ich keinen Anlass Antworten malen.

Hier, Monsieur, ein schwarzes Dreieck. 

Gemalt in Traubenkernschwarz.

Ein Schwarz, das Licht frisst.

 

Bei so viel Schwarz wundert es doch, das die Welt und wir da sind.

Ja, erstaunlich.

Und doch, Licht als Quelle von Leben.

Mit diesem Schwarz, das Licht anzieht und verschlingt.

Man kennt es aus dem Weltraum. 

Ja, schwarze Löcher.

Ein Energie Hot Spot.

Weiß man was darüber, was mit dem Licht passiert in diesem Schwarz?

Ja, eine Sammelstelle von Energie auf kleinstem Raum.

Lichtfeuer?

Ja, so was wie ein Drache, der so viel Licht gefressen hat, das er das Feuer irgendwann, wenn es ihm reicht, in den Kosmos speien muss. 

Warum nur?

Können wir nicht beantworten.

Spekulation?

Ja, Zahlen und eine Haufen Kreide auf der Schultafel.


In dem Bild stelle ich ja die Frage, was geschieht mit mir, was passiert mich davon?


Mich, ja mich, ein Sauerstoff atmender kleiner Lebenskörper? 

Passiert mich das Feuer aus dem Kosmos auch?

Nicht nur das.

Aus dem Feuer sind sie und ich wohl gebaut.


Wie bespielt mich dieses Feuer, das aus diesem Licht besteht?

Was macht es mit meinem Leben, mit meiner Malerei?


Wer und was malt da?


Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde?


Gerüche, Geräusche, Töne, Erinnerungen, Gedanken, Sinneserfahrung, Atome, Teilchen. Und das Licht-Feuer. Was buchstabiert da in mir ?


Könnte es sich vielleicht um eine physikalischen Erzeugung von Energie handeln, die sich in mir sowas wie mentales Licht zeigt?

Eine kleine Spur? 


Es bringt das Wort Mitwisser auf das Bild. Etwas in den unbelebten wie belebten Bauteilen drängt die Lebewesen auf ein Mitwissen. Die Bauteile wollen anscheinend, in verschiedenen Formationen, was von sich selbst wissen, wollen ein, nehmen wir das Wort einmal auf, ein Bewusstsein haben. 


Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Eisen, ja, diese Elemente in uns wollen es wissen. Sie agieren auf ihrer Pinselspitze in ihren Bildern zu Form und Farbe. 

Materie redet mit uns.

Ja, und das ziemlich deutlich in ihrem Bild.

Na, sowas. 

 


Monsieur,

in meiner ganzen Kopflosigkeit habe ich auf die Grundierung des Bildes ein über die ganze Fläche verteiltes weiteres Dreieck gemalt.

Ein weißes Dreieck mit der Spitze nach unten. Es füllt fast die Fläche des Bildes aus.


Weißer Hintergrund und weißes Dreieck lässt ich kaum unterscheiden.

Doch, wenn man genau hinschaut.

Habe sehr feine Linien unterbrochen gesetzt, mit Safran. 

Welches Weiß haben sie verwendet für dieses Dreieck? 

Retouchier Titanweiß.


Fusionieren Hintergrund und weißes Dreieck?

Nein.

Unterscheidung von Realität und Wirklichkeit

Ja, und doch irgendwie Einheit.

Maybe divine difference.

Hinzu kommt auf dem weiträumigen titanweißen Dreieck ein schwarzes Dreieck.

Spitze nach oben?

Die Richtung hat es.

Tiefe?

Ja, Hingabe.


Hier sind drei kleine Punkte um die Spitzen des schwarzen Dreiecks.

Bedeutungen?

Nein.

Versuchungen. 

Feuerzungen.

Drei, die züngeln.

Wo ist das Feuer, Madame?



Mikroskopisch klein, sehr klein.

Mehr Inhalt als Form.

Genau. 


Plank hat diesen Raum ins Spielfeld gebracht.

So klein, das er nicht da ist.

Doch da.

In diesem Raum, der nicht da ist,  spielt sich kosmisch fast alles ab, alles affenartig schnell und langsam zugleich. 

Universum?

Ja, klein und riesengroß.

Raum ohne Zeit.

Und wir mit einem  Sekundenanzeiger ums Handgelenk dabei.

Eine Sensation.


Von diesem Ereignis Urteil in diesem Raum bekommt das Hirn nicht wirklich etwas mit.

Und doch wird es von diesem Ereignis permanent informiert.

Ja, Hirn bekommt Nachrichten.


Je nach Zeitgeschichte wird dies als Ereignis in Urknall, Strahlung, PlasmaPech und Schwefel, als Artensterben, Eiszeit, Wärmeperioden, Vulkanausbruch, Gerölllawine, als alles muss gefressen werden, alles hängt zusammen und muss wieder getrennt werden, aufgezeichnet. Und von diesen Ereignissen bekommt der Briefkasten wohl seine Nachrichten und erzählt das Geschehen an Leib und Leben mit den händischen Möglichkeiten und neuronalen Begabungen mit Fürsorge, Liebe und Verantwortung zur Fortschreibung des Urteils weiter und weiter.


Bis man vielleicht eines Tages das Bild anschaut und merkt, ja, so ist es gut.


Ja, mit Miau und Wau Wau, mit Piep Piep, als Gras auf der Weide, und als Zahl fünf auf einem Rechenbogen, wie auch hier und mit einem  Wort aus wassergrünen Quellen.

 

Schön.


Ach, ja, die Ecken des schwarzen Dreiecks.

Was ist damit?


Mutter, Schokolade und Physik

Lichtteilchen.


In welchem Licht haben sie diese gemalt?

In Himba, Mahagoni und Zinnober.

Drei Lichtträger, die dem Verschwinden entkommen sind.


Habe sie so gemalt, das die Drei das Bild von Welt in die Welt tragen.

Wissen die was?


Alle drei geben Auskunft, warum Licht verschwindet in diesem Schwarz und Leben doch aufscheinen lässt.


Es passiert.

In einem Jahrmarkt mit vielen Karussells. 

Ja, genau so.


Ist ihr Bild sowas wie  Wandlungsraum?


Ja, vielleicht


Für eine gewisse Zeit hier und heute.

Wie sie sagen, alles in einer Plankschen Länge.


Monsieur, die drei sind Geschwister.

Laden wir sie ein.

Gut, an unseren Tisch, heißen sie willkommen, lassen sie erzählen.

Hören wir zu.

Und wie sie sehen, dort, musste ich noch einen Briefumschlag malen. 

Das Farbe  Marienglas fehlte mir noch in dem Bild.


Der Brief ist offen.

Ja, kein Briefgeheimnis.

Und hier, Zeichen stürzen aus dem Brief in alle Richtungen.


Die Zeichen schwärmen aus, erzählen die Welt.

Madame, sind es Waisen.

Nein, Musiker

Ein Jazz Trio.

Einer von ihnen ist ausgestattet mit einer Solotrompete in cyprisch lichtocker.

Eine Seerose, sehen sie dort, trägt das Mundstück des Instruments in ihrem Blütenkelch.


Kommen sie, es ist Pfingsten.

Gehen wir in den Garten, ich habe noch einen guten Weißwein.


  ©   Pfingsten - Mai 2026  by  J. G: 

 

entseelt

  grabrede von AI ©   by  J. G: