Mittwoch, 18. August 2021

o tochter der sonne


entflammt 

in den tiefen der grossen wasser

strömst du ungeboren aus den himmlischen gärten

vorbei an den zweigen der glückseligen 

hinauf zu den irdischen palästen

dein unsterblicher wille donnert mit zehntausend hufen 

seit äonen über die ebene

in der oase der smaragdgrünen brunnen

lädst du die 

safrangelben schätze 

der vier könige

auf die schwarzen sättel

der morgendämmerung

trägst mit dem wind

in den frühen stunden der tage 

die blütenkelche 

hin zu den taufbecken


 ©   by  J. G 

 

 

Dienstag, 17. August 2021

koh-nin


Es passiert alle, nicht allen“
 
 
 „Im Kopf allein geht es nicht mehr.“

Break on through to the other side“ 
J. Morrison

 „Eine Verjüngungsepoche, 
so wie Johann Sebastian es in Leipzig notierte auf seinem vertikalen Notenblatt.“

„O du schaffender Gott 
in der Materie 
in mir o Seele,
hast du dich erhoben“ 
 
„Denken neolithisch. 
Wahrnehmen integral.“
 
"Arbeit ist die schwindende Basis einer mechanischen Ära, die jetzt ihrem schwererarbeiteten Ende entgegen sieht.“
 
 "Das Tätigsein im Leben bekommt seinen Aufgang im Alltag."

„Erfinden wir die Götter neu, 
all die Mythen der Äonen, feiern wir Symbole aus tieferen, älteren Wäldern.“ 
J. Morrison
 
„Das Wort, das Zugang zu dieser Lichtung hat, ist das der mündlichen Überlieferung. 

"Deshalb scheint es gegeben, da die Buchstaben in den Zeitungen und in den lauten Medien vertauscht sind, scheint es bedeutsam zu werden zusammenzukommen,
um wirklich zu hören was der andere an seiner Seite sagt.“


  ©    by  J. G: 

Delta

Eine Entscheidungsebene, ein neues, mentales Wirkungsfeld ist mit dem Auffinden der kosmischen Hintergrundstrahlung im Vakuum der Zelle aufgedeckt. 

Die Hintergrundstrahlung, die Strahlung aus den Anfangsbedingungen des Universums, passiert passiv als physikalischer Informationswert das Zellvakuum.

Die biologische wie mentale Lebensentwicklung im „Block“ wird hierdurch mit den "Anfangsbedingungen" permanent synchronisiert und steht damit seit Äonen informativ in einem kosmischen Ereigniszusammenhang. 

Schon vor allem besteht diese Gleichungsbrücke, auf der Materie und Bewusstsein die Plätze tauschen können, auf der molekulares Leben sich auf der Zellebene ständig in einen Gesamtzusammenhang aktualisieren kann. 

Sie bildet die mentale Brücke für eine Superposition der Lebensmaterie. Aktiv und mental zugeschaltet kann sich biologisches wie mentales Leben zu höheren, bewussteren Sozialformen entwickeln, die dem physikalischen Lebenswert einer Ganzheit entspricht.“

© J. G:

axis mundi



alles

ist zweifach eins

nimm teil

am unteilbaren

schöpfe mensch


© J. G:

alles

 herrlich

weiblich

© J. G:



Ende der Dekade


An allen Ecken und Enden 

Erosion

 öffentlich

feudale Landnahme

Mann 

umbringen

Kopf ab

Frau vergewaltigen

mein Land

 

am Ende

alles nur Reklame

ganz real

Bonbons und Explosionen

ausradiert

das Abendland

elend rot verwischt

der Zauberschleier

Morgenland

ganz exklusiv

und edel präsentiert 

der tödliche Gewinn

um den Hals der Kokubinen

 

vorneweg 

wie immer

all die Liebesnarren

gaukeln blind und tröten laut

zum letzten Gefecht

 

You want it– yeay

You want it– yeay

You want it– yeay

do it yeay

 

Hochgerüstet

und smart gereiht

Sichtblenden

Nervosität 

Konspiration

und all die lila Diener

Reklamemacher

der Segen

für den Höllentrip

 

es eilt

es eilt

Termin

Termin

hoch 

höher

hinauf

alles hinter Glas

machen sie

machen sie

machen sie

schnell

der Ersatzstoff

identisch

total identisch

wahnsinnig

identisch

alkoholisiert

die Sucht

der Seele

nach Unsterblichkeit

machen sie

schnell

es eilt es eilt

stürzen sie los

hinunter

in die Kaufschluchten

hin zu den Mitarbeitern

der Konsumarbeit

hinein

in die prallgefüllte postmoderne 

Konfettiparade

der ultimative

Kick and Rush

obendrauf der Koksverkauf

elende Gier

Und Lust

gnadenloses Kreisen

um die sonnenlose Welt

sexy Cocktailparty 

um Markt 

und Masse 

in Pelz und Position

 

Meine Herren

die Sache steht 

„wir gehen rein“

ganz früh 

im Januar

der Befehl

global

die Offensive

Marsch

und los

weltweite Auflage

in Hochglanz

auf Schlachtenleibern 

immer wieder günstig

die Kronjuwelen

der schöne Strahl von Ewigkeit

am Massengrab

Da

das ICHichICH 

das schöne Haben

der Besitz 

von allem

fort

 

o mein Gott

all die Freude

ausschließlich 

für immer und ewig

heil und hurra

gekrönt 

der Selbsternannte 

 

O Dali

auch deine Krücken sind jetzt weg

 J. G: 

Vorhang auf

Au revoir

Das Ende der Vorstellung 

religiösen Missbrauchs


J. G: 

Sonntag, 15. August 2021

beileibe

Das tiefe Verlangen 

nach Einssein, 

in der Stunde der Geburt

strahlend aus dem seidenen Faltenwurf des Kosmos 

glückselig in die Teilung des Einen 

in Allem 

entwischt

über die Äonen des Drehens im All 

eingelöst

in der niederen Natur

 im blutigen Akt des "fressen und gefressen werdens",

umworben

im NU einer Sekunde wortlos 

gefunden

das junges Begehren 

seit Anbeginn 

durchströmt

es als stilles Gebet jedes Sandkorn, 

ist in jedem Bakterium, 

schwimmt

im Algenteppich der Weltmeere, 

schwingt in jeder Zelle 

singt an jedem Regentag 

aus gefiederten Kehlen sein Lied.


  ©   by  J. G:

Dienstag, 8. Juni 2021

Da capo. An den Schanktischen wird zum Fahnenappell gerufen. Rund muss das Banner dieses Mal sein. Absolut. Auf den blanken Tresen wird radikal Neues  hin und her geschoben. Freibier eilt in Krügen durch den Saal, skandiert die Kehlen in den blauen Stellungsbefehl. Das endgültige Ende, das gekrönte Aus, die Flucht aus allem Leid, erlösend nur für eine Nacht herbei gesoffen. 

Der liederliche Weltuntergang, süffige Reichweite, glorreiche Funzel, zerebrales Verlies geistiger Umnachtung rangiert sich geölt auf das Gleis schwadronierender Neuronen. Am Schanktisch stehen neben dem Gnostiker mit seinem anämischen Gesicht auch einige schwer mit den Armen rudernden Expressionisten, die armselig im leeren Innenhof schwereloser Selbstbegegnung immer und immer wieder für das schreiende Kolorit der Zeitgeschichte nach mehr Schnaps für ihren Farbtopf verlangen. 

Die letzte Bestellung vor dem Morgengrauen kommt vom Gnostiker, der mit Tränen gesalbt neben den inzwischen führerlosen Barhockern noch vor Tagesanbruch mit den ersten einfallenden Photonen am Tor des Pantheon auf Knien hämmernd Einlass als Erkannter verlangt.

Der Wecker klingelt um halb 6 Uhr. Schicht im Schacht. Die Spezies holt weiterhin raus, was  rauszuholen ist. Schon länger pfeift sie aus dem letzten Loch. Ihr geht es an den Kragen. Schlechte Luft und zu viel Münz in Umlauf. Erneuerungsbewegungen müssen her. Eine Fußtruppe setzt sich mit Schildern in Marsch. Kreuz und quer räkelt die Zeitgeschichte sich nervös auf Milliarden Membranen. Das Meinen rotzt das feine Gewebe sinnenschwarz. Hinter allem Schein und Sein wird mal wieder  das Wahre im Waffengang gesucht. Mit allem was das Wertpapier an Wahn hergibt. 

aus der Erzählung"sapiens revue" 

©  by  Johan van der Leeuwen 

 

Sonntag, 9. Mai 2021

In der Höhe

so in der Tiefe.

Im Bogen wie in der Geraden.

 

In aller Zukunft, Madame, 

nicht mehr nur ein Ohr, oder zwei, nein, Billionen Ohren hören.

Nicht mehr nur ein Auge, oder zwei, nein, Billionen Augen sehen.

Nein, nicht nur ein Mund, oder zwei, Billionen Münder rufen ihren Namen.

Willkommen in meinem Palast.

In der Höhe so in der Tiefe

Im Bogen wie in der Geraden

 

Madame, die Homöostase hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. 

Jetzt haben wir ein inneres Organ, das sich verlässlich um all das Ganze still und leise in uns kümmert. 

Kein Hohn mehr in den Primatenkehlen, kein Produktivitätszuwachs mehr für das alte Irrenhaus.

O Madame, ein Leben das bewusst sein will, 4, die 5 sein will, ein Kind des spielen will, eine alte Kanne, die Licht holen will.

Dort, wo der Eros des Lebens auf dem Platz des Himmlischen Friedens nicht mehr von einem 300 Milliarden schweren Militärpanzer überrollt wird. Die alten brauchen keine Schlaf- und Herztabletten mehr, die Kleinen keinen Zucker und das Wattenmeer keine Fotokopien

Nun ist es 1 Uhr in der Nacht und ich habe 4 Schüsseln Müsli, das für die Enten war, durch meine Schlund gekaut. 

Madame, mir fällt auf, das sie ihr Wissen nicht mehr unterschlagen, das gefällt mir, es ist ihre Kenntnis von den Dingen des Lebens, es sind ihre Fragen, ihr Festmacher am Kai des himmlischen Diesseits.  

Ah, Madame, sie wissen ja, immer wieder treffen wir das Böse, das wir einst aus unserem Herzen stießen, auch unser totes Ich erhebt immer wieder im Albtraum sein Medusenhaupt, die lebendige Seele zu erschlagen. 

Madame, lassen wir uns von der eisernen Münzprägung des Primatenhirns nicht länger porträtieren und weiter in eine zweifelhafte Legierung wälzen.

Winkt hier doch nur der Spiegel der Materie als erste Substanz, nicht als ursprüngliche Kraft.

Adieu du mein lieb Heimatland. Verlassen wir die mathematischen Kästchen. 

Zum Abschied dann, Madame, ein Blick durch den Spiegel der Schiffskabine auf halbe Welten. Erst hier kommen die Flügel hinzu.

Sie haben Recht Madame, ein Wiedersehen, das ist schon was, das wäre schön. So werden wir wieder einmal Zeuge, wie das Unwahrscheinliche wahr wird. In ihren Armen kündige ich dann jegliches Abonnementtheater..

Ach Madame, da ist die Freude groß und das Herz weit.

Da antworten die strapazierten Sinne nicht länger auf die eilfertigen Diener der Amtsstuben und Denkprimaten, da überhört man einfach das Pochen an die äußere Tür, da bleiben die Kunden der Zeit draußen, kein Anruf, keine Korrespondenzen, da ist einfach nur Ruhe im Karton und Friede in den verschlungenen Arkaden des Schlafes, und Madame, lassen sie es auch nicht mehr zu, dass man ihren Lebensschritt mit einem hellblauen Kleid nachäfft, auch nicht mit seltsamen Träumen. 


©  by J. G: 

 

 

in

erwartung mensch ©  August 2026  by  J. G: