„Die
Betroffenheit, will lieber sagen die Entschleierung der inneren Teilnahme der
Lebensmaterie an dem gesamten Unternehmen Leben, die Offenlegung ihrer inneren
Verbundenheit, Kohärenz genannt, die Aufdeckung eines physikalischen Kontinuums
im universellen Ereignis, vom Urknall bis heute, die Entdeckung des
„molekularen Fadens“, einer elementaren Mitwirkung von Mikroorganismen am
zellaktiven Aufbau des Lebens, das mentale Beteiligtsein belebter Materie
auf einer weit zurückreichenden inneren, physischen Lebensebene, all diese jungen wie alten
Einsichten in das kosmische Ereignis überfluten aus allen Richtungen kommend derzeit die
nationalen Grenzen, die politischen Parteien, die individuellen
Lebensversicherungen, die zivilen Schutzdeiche, die religiösen
Glaubensvorstellungen, die gesamte Phalanx der moralischen Werte des
Abendlandes sowie das zentrale Organisationsbüro, den neuronalen Gedankenbunker
der Spezies Sapiens.“
Mittwoch, 3. August 2016
Dienstag, 2. August 2016
madame
kommen sie
kommen sie
schauen sie doch
dort
hier
legen wir uns in die welt
richten uns hellauf
zu grunde
madame
wir werden
schnell
schnell
ein foto
J.G:
Samstag, 16. Juli 2016
kein warten
Er: „Wir brauchen
eine große Seele,
die hervortritt, damit der ganze Wahnsinn aufhört.“
Sie: „Eine Seele war gestern.
Die
Welt ist heute mehr.
Milliarden sind es,
die bereits aufhören.“
die bereits aufhören.“
J.G:
hinter glas
bin ich die erde
hinter
glas
die
ganze herde
seh
auf mich hinab
sehe
hände
am
klavier
hinter
glas
ich
bin die erde
hinter
glas
die ganze herde
die ganze herde
© by J. G:
Dienstag, 12. Januar 2016
Schädelwelt
„Hunger, Anschläge,
Vergewaltigung, Krieg.
Die Nerven liegen blank.
Die Nerven liegen blank.
Die Speicher voll.
Hirn, der Geldfresser, auf Brautschau.“
© by J. G:
Sonntag, 20. Dezember 2015
Freitag, 4. Dezember 2015
bei null
„In den Straßen ein Gewirr aus Lineal und Ausschreitung, ein gottverlassener Aufruhr aus Beinen und Bäuchen, eine meisterhafte Flut von Begehr und Nachlass. Dann ein Schlag, eine tiefe Kerbe im Fels.
Der Schlag.
Mit dem Huf.
Setzt alles in Bewegung.
Setzt alles in Bewegung.
Unheimliches Jetzt.
Urkunde aus mundloser Zeit.
Eine Sekunde vorher noch steht alles still, lautlose, kümmerlich, verlassenen, ausgetrocknet, ödes Grasland, tonlos tuschelt es im Rausch ferner Welten. Dort drüben zwei, drei Erhebungen weiter, hier auf der rechten Seite, ragt gewalttätig erhoben eine Wand aus schwarzem Stein aus dem Erdreich, dann, mit einem Schlag ist alles in Bewegung.
Die Welt.
Kehrt sich um.
Aus dem Erdreich richtet sich ein riesiger Körper auf, explodiert und rast in alle Himmelsrichtungen davon.
Ein Gewehrschuss hallt durch das Vakuum.
Die Welt.
Kehrt sich um.
Aus dem Erdreich richtet sich ein riesiger Körper auf, explodiert und rast in alle Himmelsrichtungen davon.
Ein Gewehrschuss hallt durch das Vakuum.
Blitzartig zerrt eine achtspurige Highway an deinen Hosenbeinen, wie aus dem Nichts, ein gewaltiges Sausen und Brüllen tobt in den Ohren, Pressluft marodiert in deinem Denkkasten, Kalzium wuchert unbarmherzig, erbaut in Zehnteln göttergleiche Megacitys aus Stahl und Glas. Urplötzlich erheben und senken sich ein- und ausatmend die Gezeiten der mentalen Masse über das Erdreich, ein kreuz und quer, Kommen und Gehen, eine sinfonische Uneinigkeit erhebt sich aus dem Orchestergraben, ein sinnloses, ja flüchtiges, fassungsloses vor dem Himmel hingeworfenes Notenblatt liegt plötzlich da, verlangt unnachgiebig nach einem Taktstock.
© by J. G:
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